Den Werkzeugkasten füllen – Übungen für scharfe Bilder

scharfe Bilder

Scharfe Bilder sind ein Blickfang.
Wenn euch die Schärfe richtig gut gelingt, kann das sogar über den ein oder anderen Fehler in der Bildkomposition hinwegtäuschen. Umso wichtiger ist es daher, dieses Gestaltungsmittel effektiv zu nutzen! Wie gelingt mir das?

Um diese Frage geht es in dem heutigen Artikel. Nach längerer Blog Pause muss ich gestehen, dass ich aus der Übung gekommen bin mit der Fotografie… Als ich vor wenigen Tagen auf Foto Tour ging, war ich anschließend frustriert – tolle Motive, geniales Wetter und die meisten Bilder der reinste Müll.

Ich bat Anni um Hilfe. Gemeinsam gingen wir meine Bilder durch und uns fiel auf, dass tatsächlich die meisten meiner Bilder an der Schärfe scheiterten. So unfassbar das im Zeitalter des Autofokus erscheinen mag, so getroffen war ich als “große” Manuell-Fotografin. Ich ging durch meine älteren Alben – und überall fand ich die gleiche Misere! Eigentlich schöne Bilder verunstaltet durch verrutschte Schärfepunkte oder verwackelte Elemente.

Je weiter ich in die Tiefen meiner fotografischen Abgründe eintauchte, desto genervter wurde ich. Bis mir Anni einen sehr guten Tipp gab: rausgehen, Schärfe üben!

Ihre Idee dazu war, dass ich mir draußen irgendein Motiv suchen sollte, das ich einfach “nur” (genau das ist ja mein Problem…) scharf ablichten soll. Völlig egal, wie die Komposition oder das Licht ist. Scharf, scharf, scharf…

Ich ließ mir vorher noch ein paar Tipps geben, wie scharfe Bilder entstehen.
1. Bei der Verwendung des manuellen Fokus sorgfältig im Sucher prüfen, ob die gewünschte Stelle scharf ist.
2. Belichtung ist mindestens = Brennweite
(Beispiel: Bei Brennweite 100mm mindestens Belichtung 1/100 verwenden, besser mehr)
3. Die Blende etwas schließen. (zwischen f.8 und f.11)
4. Wenn damit das Bild zu dunkel wird, lieber die ISO Zahl hochschrauben.
5. Sich Zeit nehmen, die optimale Schärfe im Bild zu suchen.

Nach einiger Zeit auf der Suche nach Schärfe in unserem Garten, dämmerte es mir langsam warum die meisten meiner Bilder unscharf waren:
Ich hatte zwei Grundprobleme.
Erstens, war ich immer auf Motivjagd. Da eine Blume… Und hier, ein Schmetterling! Schnell ein Foto schießen und dann weiter! Dieses Denken geht fast immer auf Kosten der Bildqualität und man hat fast nie das Glück alles aus einem Motiv gleich beim ersten Schuss herauszuholen. Dazu bedarf es (wie so oft) viel Zeit. Zeit, die ich mir ab jetzt nehmen werde, um in Ruhe die Schärfe zu finden und das Motiv in Szene zu setzen.
Und zweitens hatte ich nie die Belichtung = Brennweite Regel beachtet. Ich hatte mir angewöhnt mein Zoom-Objektiv fast immer bis auf Anschlag auszufahren und dann mit Belichtung 1/100 oder 1/80 fotografieren zu wollen… Und mich hinterher zu ärgern, dass die Bilder unscharf waren. ;)

Nach kurzer Zeit des Übens wurden meine Bilder schärfer. Ich nahm mir bewusst Zeit und vergaß sämtliche Gestaltungsregeln, achtete nur auf die Schärfe. Was dabei herauskam, könnt ihr in der nachfolgenden Galerie sehen. Ich finde, dass einige Bilder dank der Schärfe trotzdem ganz ansehnlich sind, auch wenn sich der Profi teils die Hände über den Kopf zusammenschlagen würde :D

Fazit: Wenn auch eure Bilder tendenziell unscharf oder verwackelt sind, dann probiert diese Übung aus. Nehmt euch einmal nur zwei bis drei Motive und achtet darauf, eine knackige Schärfe in eure Bilder zu bekommen. Ihr werdet sehen, schon nach kurzer Zeit werdet ihr das automatisch auch bei euren “normalen” Fotos machen ;)

Ich hoffe, der Artikel hat euch gefallen!
Bis bald,
eure Jana

6 Gedanken zu „Den Werkzeugkasten füllen – Übungen für scharfe Bilder

  1. Sonja Cremer

    Das stimmt wirklich, beim Fotografieren ist Ruhe das A und O. Wenigstens für den einen Moment. Ich höre sogar kurz auf zu atmen, wenn ich auslöse und habe meine Arme fest an den Körper gepresst. Ein fester Stand ist auch sehr wichtig. Es sieht schon sehr verkniffen aus, wenn ich fotografiere.^^  Ich mache auch immer mehrere Aufnahmen von einem Motiv und einer Perspektive. So dass auf jeden Fall eine scharfe dabei ist.  Gerade beim Tele habe ich immer welche dabei, die nicht scharf sind. Das liegt zum einen daran, dass ich mittlerweile einen Stabilisator gewöhnt bin, mein Tele den aber nicht hat. Und zum anderen fehlt meinem Teleobjektiv generell das letzte bisschen Schärfe. Es wird dringend Zeit für ein Neues! Ich spare auch schon fleißig.^^

    Liebe Grüße

    Sonja

    Antworten
    1. Jana Artikelautor

      Hallo liebe Sonja,

      Das mit den Armen finde ich ist ein sehr guter Tipp, danke dafür! Konzentration und Ruhe sind wirklich enorm wichtig. Und das mit dem Tele habe ich ebenso erfahren wie du, hier scheint es umso kniffliger mit der Schärfe umso mehr man in den Telebereich geht… Aber auch da hilft nur üben üben üben (und vielleicht ein gutes Bearbeitungsprogramm :D ).

      Ich wünsche dir ein schönes Wochenende,

      Liebe Grüße, Jana

      Antworten
  2. Juna Lee

    Schöner Artikel und ich muss sagen, die Übung hat sich wirklich gelohnt. :)

    Ich habe erst vor kurzem mit dem Fotografieren angefangen und war ganz am Anfang auch immer ziemlich hektisch, weil es so viel zu entdecken gab. Inzwischen hat sich das schon etwas gelegt und ich nehme mir mehr Zeit, wenn das Motiv es zulässt. Aber ich werde das auch mal noch weiter vertiefen und mich einfach mal voll und ganz auf die Schärfe konzentrieren. Danke für die Anregung und die Tipps.

    Antworten
    1. Jana Artikelautor

      Hallo Juna, 

      es freut mich wirklich sehr, dass dir der Artikel so gut gefällt :) Dir ging es also am Anfang genau wie mir, immer auf Motivjagd. Hier noch was und dort noch schnell… wie ich gut ich es doch kenne :D Umso mehr freut es mich, dass ich dich mit meiner Geschichte dazu anregen konnte, dir bewusst mehr Zeit für die Schärfe zu nehmen. Schön, dass du vorbei geschaut hast. 

      Ganz liebe Grüße von Jana

      Antworten
  3. Kai R.

    Hallo Jana,

    irgendwie fehlt mir hier der Hinweis auf ein Stativ. Gerade wenn man sich Zeit lässt, hilft ein Stativ auch sehr gut bei der Bildkomposition. Man ist nicht abgelenkt durch das Halten der Kamera und kann sich voll und ganz auf die Bildkomposition und auch auf die Wahl des Schärfepunktes konzentrieren.

    Wenn man nicht gerade hinter Bienen her rennt ;-) , sollte man eines benutzen…

    Gruß Kai

    Antworten
    1. Jana Artikelautor

      Hallo Kai,

      Das mit dem Stativ ist ein guter Tipp, ich werde das noch mit aufnehmen! Der Grund warum ich das vergessen habe ist schlicht der, weil ich das selbst viel zu selten mache ;) . Aber du hast absolut recht, wenn man Zeit hat, wird einem dadurch sehr vieles erleichtert. Danke fürs dran erinnern.

      Liebe Grüße,

      Jana

      Antworten

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