Archiv für den Monat: Mai 2014

Ein Löwenzahn, 1000 oder fünf Möglichkeiten

Der Wind streicht über die grünen Felder und mein Blick schweift suchend durch die Weite. Da! Eine Blume. Mist, nein doch nicht. Hm… Vielleicht ein Schmetterling? Hoffnungsvoll hebe ich meinen Kopf wieder. Nicht einmal eine Schmeißfliege macht sich die Mühe. Etwas grummelig gehe ich also in die Knie – um (Augen rollen) LÖWENZAHN zu fotografieren. Löwenzahn, ich bitte dich… spukt es durch meinen Kopf. Das vermutlich langweiligste, meist gesehenste Pflänzchen der Welt. Doch ich wurde mehr als überrascht…
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Vom Weitermachen, dem inneren Kritiker und Glück

Dieses Gefühl, die Kamera an die Wand pfeffern, wahlweise die Sonne oder die Wolken verfluchen zu wollen und die Motive zum Mond zu schießen, kennt ihr das? Tolle Bilder hatte ich mir von der Fototour versprochen, mir die schönsten Blumen vorgestellt und die Landschaften sollten in ihrem Glanz erstrahlen und das alles gebannt auf ein Foto aus meiner Kamera, mein Auge sieht – mein Kopf denkt – mein Finger drückt den Auslöser, und heraus kommt…Murks, Müll, Schmarrn – absolut NICHTS brauchbares.

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Den fotografischen Werkzeugkasten füllen – Eine Einführung

Zu hell, zu dunkel? Ist der Horizont gerade? Passt das Motiv besser ins Hochformat? ISO gerade hochgedreht, da kommt auch schon die Sonne hinter den Wolken hervor. Wenn dann hoffentlich alles passt, lockt auch schon das nächste Motiv und ich wende mich ab, hin und wieder auch ohne einen Blick auf das Display zu werfen. Ich könnte ja etwas verpassen, das ich auch noch unbedingt ablichten muss.

Meine Konzentration tritt unbemerkt den Abgang an.

Abends sitze ich dann vor dem Laptop, schaue die Bilder durch und bin durch und durch unzufrieden. Verpasst hab ich nichts, aber gewonnen ebenso wenig.
Manchmal ist unter 100 Fotos kein einziges, das weder zu dunkel noch zu hell ist.

So kann es nicht weitergehen. Mich jedes Mal an alles erinnern zu müssen ist aufwendig und irgendwie rückt dabei auch das Motiv aus meinem Fokus.

Der Werkzeugkasten – das ist die Fülle an Möglichkeiten ein Bild zu gestalten, das ist die Schärfe, die Belichtung, die Komposition und vieles mehr. Nun können wir bei jedem Foto den Kasten nach dem richtigen Werkzeug durchsuchen, wir können genau überlegen, was wir damit nun basteln können und wie wir das tun wollen. Wenn wir das bei jedem Werkzeug, das wir für das Bild benötigen einzeln tun müssen, dann braucht das Konzentration. Und die ist nicht unendlich verfügbar.
Warum also nicht versuchen jedes einzelne Werkzeug so gut zu beherrschen, dass wir es auch unbewusst und trotzdem gekonnt benutzen können? Warum den Gebrauch des Werkzeuges nicht gezielt zur Gewohnheit werden lassen?

Wir können versuchen uns jedes Mal daran zu erinnern, dass der Horizont das Bild nicht umfallen lassen soll. Wir können aber auch lernen, diese Kontrolle zur Selbstverständlichkeit werden zu lassen.
Doch auch das ist nicht immer gewollt. Da hat man einmal gelesen, dass die Drittel-Regel ein Werkzeug für interessantere Bilder ist und bald wird es fast zum Zwang sie einzusetzen, obwohl man oft gut daran tut, diese Regel zu brechen.

Mit der Artikelserie zum Füllen des fotografischen Werkzeugkastens wollen wir euch Übungen an die Hand geben, die beides tun – den Gebrauch des Werkzeugs zur Gewohnheit werden lassen und die diese Gewohnheiten wieder durchbrechen. Damit können wir Schritt für Schritt unsere gestalterischen Möglichkeiten ausbauen, ohne ein ebenso fantastisches wie teures Objektiv kaufen zu müssen. 

Wenn wir dann vor einem Motiv stehen, dann entscheiden wir uns schon, welche Mittel wir bewusst einsetzen wollen, um eine bestimmte Wirkung zu erzielen. Und auch der Rest holpert nicht dahin, sondern wird flüssig eingestellt, kontrolliert und entschieden. So kann Fotografieren zur Leichtigkeit werden.

Ich wünsche euch viel Spaß und Erfolg dabei,
Anni :)